Variationen über eine Wiener Heurigenmelodie
für Violine, Violoncello und Klavier, Op.9 (1914)

Aufführungsdauer: 8'
Erster Verleger: N.Simrock, Berlin, 1921
jetzt Boosey & Hawkes: käuflich erhältlich (M221110718)

Aufführungen (Auswahl):

München, Dez.1922
Elberfeld, Apr.1923
Rudolf Kolisch/Wilhelm Winkler/Hans Gál, Wien, Nov.1923
Breslau, Jan. 1925
Berlin, Nov. 1925
Wien, Feb. 1926
Weissgärber/Mayr/Gál, Radio Wien, Feb.1927
Cremer, Langhof, Genz, Bad Elster, Aug. 1927
Hamburger Trio, Radio Köln, Mrz. 1928
Hirsch-Kaufmann-Trio, Breslau Radio, Apr. 1928
Station Trio, BBC Radio Wales, Mai, 1929
Radio München, Jul. 1929
Essen, Mrz. 1930
Mügge/Sprengler/Siber, Leipzig, Mrz. 1930
Toni Alexi/Sophie Alexi/Alfred Morgenroth, Mainz, Nov. 1930
Radio Stuttgart, Dez. 1932
Steinbauer-Trio, Wien, Jan. 1934
Wiener Kammertrio, Wien, Dez. 1936
Odnoposoff/Krotschak/Schulhof, Radio Wien, Feb. 1938
Gombrich/Sampson/Gál, Edinburgh, Jan.1939
BBC Radio, Jan.1939
Jessie Munroe/May Hope/Edith Vance, Edinburgh, 1943
Douglas Dickson/Joan Dickson/Gál, Edinburgh, Dez. 1945
Akademie, Wien, Apr. 1960
London, Dez. 1970
Trio Motawa, Königsfeld, Sep. 1973, Wiedikon, Nov. 1973
Capricorn, BBC Radio, Aug., 1980, Okt. 1986; London, Okt. 1980
Mainz, Sep. 1980
Edinburgh, Sep. 1984
Elisabeth Perry/Moray Welsh/Anthony Goldstone, Manchester, Jun. 1989
Schweizer Radio, Aug. 1990
Wien, Okt. 1997
The Pierrot Lunaire Ensemble, Linz, Aug. 2002
Mainz, Nov. 2002
Ensemble Villa Musica, Neuwied, Okt. 2003

Gál schrieb über die Entstehung dieses Werks:

"Vor mehr als einem halben Jahrhundert trieb in den volkstümlichen Weinschenken der Wiener Vororte ein buckliger Stegreifsänger namens Ungrad sein Wesen. Für ein ihm heimlich zugestecktes Honorar mit den nötigen Informationen pflegte er zu der Melodie dieser Variationen humoristische und nicht unbedingt salonfähige Verse zu improvisieren, deren Gegenstand eine beliebige anwesende Dame war, und eine solche Huldigung in der Form einer Verulkung wurde im allgemeinen nicht übelgenommen. Das vorliegende Stück is am Tag nach einer solchen Gelegenheit entstanden, als Bussetribut an das dabei betroffene Opfer.

Das geschah im Juli 1914, zwischen dem österreichischen Ultimatum an Serbien und dem Ausbruch des ersten Weltkriegs, und ist ein dokumentarischer Beweis dafür, dass die Jugend damals den Ernst der Weltlage bei weitem unterschätzte. Die Verse des Stegreifdichters habe ich leider vergessen; aber sie dürften doch wohl kaum druckfähig gewesen sein."

Das Werk wurde erst nach dem Krieg veröffentlicht, und war sehr beliebt, wie die folgenden Rezensionen zeigen:

"Gänzlich unbeschwerte, echte Wiener Volksmusik sind Hans Gáls 'Variationen über eine Wiener Heurigenmelodie Op. 9.' Das ist der Wiener Schubert, das ist Österreich mit seiner Sangeslust und seiner Musizierfreudigkeit, die beim 'Heurigen' in gesteigerter Weise Ausdruck sucht und findet." [Breslauer Zeitung, 15.1.1925]

und wieder:

"Die Neuheit des Abends: 'Variationen über eine Wiener Heurigenmelodie' stellte sich als eine famose Sache heraus - Hans Gál hat damit einen Treffer zu verzeichnen" [Die Tonkunst, Berlin, 1.12.1925.]

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