De profundis
Kantate nach deutschen barocken Gedichten, für vier Soli (SATB), gemischten Chor (SATB) und Orchester, Op.50 (1936-1937)

Von der Vergänglichkeit' (Gryphius),'Auf grüner Erde' (Fleming),'Nachtgesänge' (Gryphius),'Totentanz'(Albert,Gryphius),'Zum Frieden' (Logau,Ulrich von Brandenburg)
2(Picc),2(Eh),2,2(Kfag); 4,3,3,1; Pke; Schlg; Hfe; Org(ad lib.); Str
Aufführungsdauer: 75'
Verleger: Breitkopf & Härtel
leihweise lieferbar

Uraufführung: Wiesbaden, 26.3.1948 (Symphonie-Orchester der Stadt Wiesbaden/Schmidtgen)

Weitere Auffuhrungen (Auswahl):

Liedertafel and Damengesangverein/Schmidtgen, Mainz, Okt. 1954
Wien, Okt. 1997 (Österreicher im Exil: Hans Gál)

"Die Sätze dieser Kantate sind nicht wie Akte eines Dramas, die einander fortzuführen hätten, erst in der Folge ein ganzes ergäben. Sie sind wie Variationen über dasselbe Thema, jeder gelangt zu dem gleichen Ergebnis des Ja-sagens zu dieser Welt und diesem Leben mit allen seinen Bitternissen, des letzten Einverständnisses mit Schöpfer und Schöpfung durch demütige Hingabe; verschieden sind nur die Wege, sind Licht, Farbe, Landschaft, verschieden die bedrängenden Gefahren und deren Überwindung." [Wilhelm Waldstein: Hans Gál: eine Studie, 1965. S.62, loc. cit.]

Nach der Uraufführung schrieb Gál an seine Frau Hanna:

"Die ganze Angelegenheit war die innerlich aufwühlendste, die ich je erlebt habe. Dieses Stück hat ja so viele Jahre an mir gedrückt, mehr als Du je geahnt hast. Und das wird nun auf einmal lebendig und klingt, wie man es einmal geträumt hat, haar- haar- haargenau so, bloß dass es eben Tatsache ist. Und nun hat das sozusagen ideale Verhältnisse und Dimensionen und alles wirkt unbeschreiblich, von der ersten Solo-Oboe bis zu dem Schluss, der so leise ist, das wir alle gepuzzelt waren, ob die Leute nicht einfach still und belämmert nach Hause gehen würden. Es hat auch eine Minute gedauert, bis sie begonnen haben sich zu rühren, aber dann war es ein Mordslärm, das ganze bis zum letzten Platz gefüllte Haus blieb stehen und es gab eine gute Viertelstunde Ovationenen, nicht ohne kräftiges Mittun der Mainzer Kolonie, geführt von Kraus und Oppenheim, den Bürgermeistern. . . .

Das ganze hat übrigens gerade die richtigen Dimensionen für ein nicht zu umfangreiches abendfüllendes Werk. Pause habe ich nach dem dritten Stück machen lassen, aber es gab schon nach dem zweiten Stück, das unbeschreiblich reizvoll war, einen Separatapplaus, und das dritte machte auch außerordentlichen Eindruck, da habe ich mich aber nicht gezeigt, einmal Katzbuckelei war mir genug, und die hat ausgegeben. Dirigent und Solisten, Solisten, Dirigent, Solisten, Komponist und Dirigent, Komponist und Dirigent, Solisten und Komponist, Solisten allein, Komponist allein, na u.s.w, u.s.w, it was really awful. . . ."

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Programm der Uraufführung
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