Von ewiger
Freude
Kantate für
vier Frauenstimmen (SSAA) und doppelten Frauenchor mit Orgel und zwei
Harfen, Op.1 (1912)
Aufführungsdauer:
30'
Verleger: Universal Edition
leihweise lieferbar
Uraufführung:
Ges. d. Musikfreunde, Wien, Feb. 1913 (Chor Albine Mandyczewski; dir.
Mandycewski; org. Alois Kofler)
Weitere Aufführungen
(Auswahl):
Gera: Geraer
Damenchor/Gertrud Müller, Okt. 1913; Feb. 1914
Frankfurt: Dessoff-Chor/Gretchen Dessoff, Dez. 1913
Darmstadt: Dessoff-Chor/Gretchen Dessoff, Jan. 1914
Amsterdam: Groot Omroepkoor/Simon Halsey, Okt. 2004
'Diese kantatenartige
Komposition fließt in einem großen Satz dahin, der entsprechend
dem Text mannigfach gegliedert ist. Die Orgel beginnt mit einem ausgedehnten
Vorspiel. Dies Vorspiel führt die beiden Motive durch, die im ersten
Chor zu den Worten: "Ach arme Seel, wie magst hie wohn'?"
und weiterhin in der Begleitpartie erscheinen und den ganzen ersten
Teil beherrschen. Chor und Soli abwechselnd teilen sich hier in den
Vortrag. Ein neuer Abschnitt beginnt mit dem Eintritt der beiden Harfen,
die in der Begleitung des Doppelchors: "B'hüt Gott, wie soll
ich das verstehn?" eine zarte ätherische Musik vollführen.
Die Seele fliegt gen Himmel. Ein Zwischenspiel der Harfen und der Orgel
ist auch auf diesen ätherischen Ton gestimmt. Es folgt ein Sopransolo
mit Harfe: "Ach Petre, der du d'Schlüssel hast". Die
Anrede der Seele an Petrus. Der Chor nimmt die Bitte auf, in noch eindringlicheren
Tönen. Starke Steigerung im weiteren Verlauf dieses Teils: "Wohl
steht mein Sach', Gott sei gelobt". Die Pforte öffnet sich:
"Drum noch einmal ruf ich: Gott sei gelobt". Dies ist der
Höhepunkt. Es folgt die Schilderung des prächtigen Himmelssaals.
Die Altstimmen unisono beginnen: "O Christe, was Wunder ich find",
Alt-Solo folgt, schließlich der ganze Chor mit einer frischen,
reigenartigen Weise: "Den ganzen Saal Gott selb versicht".
Soli und Chor wechseln im weiteren Verlauf mit einander ab. Ein neuer
Abschnitt beginnt mit dem unisono der Soprane: "Der Teufel selb
sein Schwachheit weiß". Darauf folgt die Überleitung
der Instrumente zum Schlußchor. Dieser Chor ist in der Art einer
Passacaglia gestaltet; er baut sich auf über einer immer wiederholten
achttaktigen Baßphrase, die im ganzen siebenmal erscheint, die
Oberstimmen dazu jedesmal anders. Eine coda schließt sich daran,
die mit glänzenden Klängen der Freude und Seligkeit das ganze
Werk zu Ende führt.'
Dr. Hugo Leichtentritt
(Berlin).