1.
Ich laufe, wie ein Bisam läuft im Schatten des Waldes, das
toll ist von seinem eigenen Duft.
Die Nacht ist die Nacht der Maienmitte. Die Brise ist die Brise
des Südens.
Ich verliere meinen Weg und ich wand're; ich suche was ich nicht
erreichen kann und ich erreiche, was ich nicht suche.
Aus
meinem Herzen steigt und tanzt das Bild meiner eigenen Sehnsucht.
Die lichte Erscheinung zerfließt;
Ich versuche sie festzuhalten, sie entgleitet mir und führt
mich irre.
Ich suche was ich nicht erreichen kann; ich erreiche, was ich nicht
suche.
2.
Ich pflückte
deine Blume, o Welt!
Ich drückte sie an mein Herz und der Dorn stach.
Als der Tag ging und es dunkelte, fand ich, daß die Blume verwelkt
war, doch der Schmerz war geblieben.
Mehr Blumen werden zu dir kommen mit Duft und Stolz, o Welt!
Doch meine Zeit zum Blumenpflücken ist vorüber; und die
dunkle Nacht lang hab' ich meine Rose nicht, nur die Pein bleibt.
3.
Was
flüsterst du so matt in meine Ohren, o Tod, mein Tod?
Wenn die Blumen fallen im Abend und Vieh heimkehrt zu seinen Hürden,
kommst du verstohlen an meine Seite und redest Worte, die ich nicht
verstehe.
Mußt du so frei'n und werben um mich mit dem betäubenden
Gift einschlafernden Murmelns und kalter Küsse, o Tod, mein
Tod!
Wird es denn keine stolze Feier geben für uns're Hochzeit?
Willst du nicht mit einem Kranz deine braungeringelten Locken umwinden?
Ist da keiner, der die Fahne voranträgt; und wird die Nacht
nicht in Feuer stehen vor deinen roten Fackeln, o Tod, mein Tod?
Komm mit deinem Muschelläuten, komm in der schlaflosen Nacht.
Kleide mich in deinen Purpurmantel, fasse meine Hand und nimm mich.
Laß vor meiner Türe deinen Wagen bereit sein, mit deinen
ungeduldig wiehernden Rossen.
Hebe meinen Schleier und blick mir keck ins Gesicht, o Tod, mein
Tod!