Hans
Gál starb an Krebs am 3. Oktober 1987, im Alter von 97 Jahren.
Hanna Gál erinnerte sich an seine letzten Tage:
"Er hatte,
wofür ich ewig dankbar sein werde, noch keine Schmerzen zu leiden,
aber er vertrug keine Nahrung mehr und wurde von Tag zu Tag schwächer.
Trotzdem kam er täglich, vollkommen angekleidet, mit dem Stiegenlift
herunter und blieb bis zum Schlafengehen in seinem Zimmer, lesend,
Musik hörend . . . Gegen den wohlgemeinten Rat des Arztes entschied
ich, ihn so lange wie nur irgend möglich zuhause zu behalten,
wo er bei seinen Büchern, Noten, Radio, etc. ein fast normales
Leben führte, obwohl er durch den Mangel an Nahrung ständig
schwächer wurde.
Erst fünf
Tage vor dem Ende kam er in das wunderbar geführte Hospiz. Er
hatte dort ein eigenes Zimmer, ich konnte so lange bei ihm sein als
ich wollte, und als schließlich die gefürchteten Schmerzen
einsetzten, wurde ihm geholfen." [Privatbrief.]
In seinem
letzten Lebensjahr konnte er sich deutlicher Zeichen einer größeren
Anerkennung seiner Musik erfreuen, darunter der ersten britischen Rundfunkaufnahme
von De Profundis, wie auch des ganzen Zyklus seiner Streichquartette.
Die im März 1988 anläßlich des fünfzigsten Jahrestags
vom Anschluß Österreichs veranstaltete Wiener Erstaufführung
des De Profundis hat er nicht mehr erlebt.
Seine Frau
Hanna, die ihm 65 Jahre lang zur Seite gestanden hatte und ohne die
er bestimmt weder so lang noch so schöpferisch-produktiv gelebt
hätte, verschied im Dezember 1989, konnte also weder der zum 100.
Geburtstag geplanten Uraufführung der Beiden Klaas noch
der ersten Wiederaufführung seit dem Krieg der Heiligen Ente
von der Deutschen Oper Berlin in der Reihe 'Die vergessenen Zeitgenossen:
Oper am Klavier' beiwohnen.
Von Modeerscheiningen
abgesehen haben die politischen Ereignisse des letzten Jahrhunderts
und die Verwirrungen des Kriegs schwere Verluste verursacht. Viele von
Gáls früheren Werken waren vergriffen und nicht erhältlich
und Aufführungen viel zu selten. Die letzten Jahre haben aber eine
Wiederbelebung gesehen, und ein erneutes Interesse hat sich bemerkbar
gemacht. Vergriffene Werke werden wieder in Umlauf gebracht, und es
gibt einen ständigen Strom von Aufführungen und Aufnahmen.
Es steht zu hoffen, daß dadurch eine neue Generation die Musik
Hans Gáls neu erleben und beleben wird.
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1985, 1988, 1990, 1996, 2001 by Eva Fox Gál & Anthony Fox