In
den späteren Vierziger- und Fünfzigerjahren folgten zahlreiche
neue Werke, darunter die Dritte
Symphonie (Op.62), die Orchestersuiten Kaledonische
Suite (Op.54), Mäander
(Op.69) und Idyllikon
(Op.79); das Klavierkonzert
(Op.57); und die 'der Mainzer Liedertafel zur Feier ihres 125 jährigen
Bestehens und ihrem Dirigenten Otto Schmidtgen' zugeeignete Kantate
Lebenskreise
(Op.70), die auf Gedichten von Goethe und Hölderlin beruht und
ein lebensbejahendes Gegenstück zu De
Profundis bildet. Gál äußerte sich folgendermaßen
zu seinem Werk:
"Das Leben
geht in Phasen vor sich, in denen sich ein steter Wandel, eine unablässige
Entwicklung erkennen läßt. Diese Phasen sind in sechs Episoden
geteilt, deren jede einen bestimmten Aspekt des Lebens und seiner
Anschauung zum Gegenstand hat. Das
Werk hat insofern eine symphonische Struktur, als jeder der sechs
Teile wie ein Symphoniesatz selbständig durchgeführt ist
und die Sätze zueinander in einem Verhältnis stehen, das
dem zyklischen Prinzip einer Symphonie entspricht". [Zitiert
nach Waldstein, S.93]
Er selber
bezeichnete die beiden Kantaten als Kernstücke seines Schaffens.
Daß soviele Orchesterwerke zu dieser Zeit entstanden, ist sicher
teilweise durch die Anregung reeller Aufführungsmöglichkeiten
zu erklären, sowohl in England (vor allem unter seinem ehemaligen
Schüler Rudolf Schwarz, dem Dirigenten des Bournemouth Symphony
Orchesters und dem einzigen Dirigenten, übrigens, der alle vier
Symphonien dirigierte), wie auch in Deutschland und in Österreich.
Es war für Gál eine glückliche Schaffenszeit, die durch
den tragisch frühen Tod Otto Schmidtgens im Jahre 1964 plötzlich
abriß. Wie immer aber schrieb er neben den großen Orchesterwerken
noch eine ganze Reihe Vokal- Klavier- und Kammerwerke: darunter mehrere
Chorwerke (Op.61, Op.63,
Op.72, Op.75,
Op.76, Op.77);
Klavierwerke (Op.58,
Op.74); das Klarinettentrio
(Op.97) und die Cellosonate
(Op.89).