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Zeittafel
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Das
erste musikalische Opfer der Ereignisse in Deutschland war die Oper,
Die beiden Klaas (Op. 42). Die Ironie
des Schicksals schien dieses Werk mit besonderer Akribie zu verfolgen.
1933 vollendet, als Gál auf der Höhe stand, wetteiferten
die bedeutendsten Opernhäuser um die Uraufführung. Geplant
war schließlich eine Doppelpremiere, mit gleichzeitigen Uraufführungen
in Hamburg und in Dresden, die noch im Jahre 1933 hätten stattfinden
sollen, wären sie nicht den politischen Umständen zum Opfer
gefallen. Danach wurde das Werk von Bruno Walter für eine Uraufführung
an der Wiener Staatsoper ins Auge gefasst, aber es erhoben sich seitens
der Direktion Bedenken: die Oper sei anstößig und könne
die öffentliche Moral verletzen - deutliche Vorläufer der
Nazi Verfolgung 'entarteter' Kunst. Sie wurde jedoch von der Wiener
Volksoper aufgenommmen und war Anfang 1938 in Vorbereitung, wurde aber
abgesetzt, als die Volksoper wirtschaftlich zusammenbrach - kurz bevor
die Nationalsozialisten Österreich an Deutschland 'anschlossen'.
Sie wurde endlich 57 Jahre später posthum zum 100. Geburtstag des
Komponisten in York (in englischer Übersetzung) ohne jegliche Katastrophe
und mit viel Erfolg zur Uraufführung gebracht.
Das Werk - es ist eine Nummernoper im Stil des deutschen Singspiels
- beruht auf der niederdeutschen Urfassung des mittelalterlichen Schwankstoffes,
der dem Andersen-Märchen vom Großen und vom Kleinen Klaus
zugrundeliegt, und es entstand wieder in enger Zusammenarbeit mit Levetzow.
Der Märchenstoff ist aber mit anderen frei erfundenen Motiven zu
einer zwar zeitlosen aber dabei zeitnahen Satire gegen sexuelle Heuchelei
und Kleinstadt'moral' verwoben. In der Figur der Wehfrau, die über
die traditionelle Kupplerin/Klatschbase zu einer Art surrealistischen
Führerfigur stilisiert wird, mit ihrem Gefolge von grotesk-komischen
Spießbürgerinnen - die selbst ernannten 'Furien der Ehrbarkeit'
- kann man einige Parallelen zur Straßenpolitik der späteren
Weimarer Republik ziehen. Man spürt vor allem in dieser Oper den
scharf satirischen Humor Levetzows, der (mit Wolzogen) Leiter des Münchener
Kabaretts 'Die
Elf Scharfrichter' gewesen war, aber der bittere und skeptische
Grundzug ist völlig einverleibt in einem derben, volkstümlichen
Humor und einer entsprechend heiter-humorvollen Musik.
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Die
Wiener Volksoper
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'Die
beiden Klaas'
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'Die
Elf Scharfrichter' - Plakat
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