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ChronologyZeittafel

Die Machtergreifung Hitlers im Frühjahr 1933 bedeutete für Gáls Laufbahn in Deutschland wegen seiner jüdischen Herkunft ein jähes Ende. Im März 1933 besetzten die Nationalsozialisten Mainz - die Stadt war bisher keine Nazihochburg gewesen, und ein Trupp musste aus Worms kommen - und hissten auf jedem öffentlichen Gebäude, einschließlich dem Konservatorium, die Hakenkreuzfahne. Bald darauf erschienen in der Lokalpresse verleumderische Artikel gegen die 'jüdische Herrschaft' der Musikhochschule - wovon einer mit den Worten 'Weg mit dem Juden Gal, die Mainzer Musikhochschule der Deutschen Kunst!' abschloss. Am 29. März ist ein Brief von der Stadverwaltung gekommen, der ihm kurz mitteilte: 'Ich beurlaube Sie hiermit mit sofortiger Wirkung'. Die Sekretärin berichtete: 'Direktor Gál nahm nur seinen Hut und ging." Aber dadurch verlor er nicht nur seine Stelle; von nun an war jede Aufführung sowie Veröffentlichung seiner Werke in Deutschland verboten, was ihn mit einem Schlag seiner ganzen Existenz beraubte. Das Violinkonzert war noch einen Monat vorher zur Uraufführung gekommen, aber die Oper Die beiden Klaas (Op.42), von Fritz Busch in Dresden vorbereitet, konnte durch den Umsturz in Deutschland nicht mehr auf die Bühne gelangen (mehr . . .).

Zunächst protestierte Gál heftig gegen seine Entlassung und wollte zu seinem Recht kommen. Er wollte nicht glauben, daß diese Situation lange anhalten könnte. Kurz nach der Machtübernahme war er bei der Feier zum 50. Todestag Wagners gewesen und saß nicht weit von Hitler. Gál hatte das Gesicht Hitlers ständig betrachtet und daraus geschlossen, kein Mensch könnte ihn ernst nehmen. Leider haben die späteren Ereignisse auf tragische Weise das Gegenteil bewiesen.

Die Gáls blieben vorläufig in Mainz, aber es wurde bald klar, dass das auf die Dauer nicht ginge, weil sie sonst die vielen Freunde in Gefahr hätten bringen können, deren Besuche ins Haus, um ihr Mitleid und ihre Unterstützung darzustellen, durch Naziposten sorgfältig notiert wurden. Ihre Kinder wurden auch in der Schule zunehmend Beschimpfungen ausgesetzt. Deshalb verließen sie Mainz und zogen sich in den Schwarzwald bei Bekannten zurück, von wo aus Gál seine Rechtssache weiterführte, die übrigens noch ein Jahr dauerte. Es ist ihm auch auf charakteristische Weise gelungen, trotz der verzweifelten Lage weiter zu komponieren. Das Ergebnis war sein Op.44, Nachtmusik, für Männerchor, Flöte, Violoncello und Klavier, nach einem Gedicht von Grimmelshausen, dessen Text bezeichnenderweise lautet: 'Komm, Trost der Nacht, o Nachtigall'. Da Gál keine Lust hatte, sich von seinen kulturellen Wurzeln durch Emigration zu trennen, kehrten sie im selben Jahr nach Wien zurück.

Nebenbei bemerkt: ihr Mainzer Hausherr hat sich geweigert, für die Zeit zwischen April und August 1933 die Miete anzunehmen - sein persönlicher Protest gegen das Naziregime.

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Defamatory press article
Verleumderischer Artikel
Letter of suspension
Beurlaubungsbrief
The Gáls in the Black Forest, 1933
Die Gáls im Schwarzwald
Busch - Probe
Probe für die Uraufführung des Violinkonzerts, 1933
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© Copyright Anthony Fox & Eva Fox-Gál, York 2001