Die
Mainzer Periode war
für Gál höchst anregend und vielseitig. Außer
seiner Tätigkeit am Konservatorium war er, mit Ernst
Toch und Alban Berg, im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Musikvereins,
einer angesehenen Organisation, die die regelmäßigen Tonkünstler-Feste
zeitgenössischer Musik, jeweils in
einer anderen Stadt, veranstaltete. Jedes eingesandte Werk wurde von
zwei Juroren beurteilt, die ein detailliertes schriftliches Gutachten
auszuarbeiten hatten. Für die Sektion Österreich waren Berg
und Gál zuständig, und es ist erstaunlich und spricht für
die Integrität beider Männer, dass sie, ungeachtet ihrer so
sehr verschiedenen Auffassungen der Musik, fast immer gleicher Meinung
waren, was die Originalität und musikalische Kompetenz der Werke
betraf.
Gál
hatte diese Gelegenheiten gern, weil sie ihm Kontakt zu Direktoren anderer
Musikhochschulen und zu Universitätsprofessoren aus dem gesamten
Deutschland verschuf. Hans kam immer mit einer Fülle amüsanter
Anekdoten aus der Welt der deutschen Musik zurück. Hanna begleitete
ihn bei einigen dieser Ausflüge, aber die Konzerte selbst besuchten
sie meist nur, wenn ein Stück von Gál auf dem Programm stand.
Das war in Krefeld der Fall, wo seine Epigramme
ihre Uraufführung erhielten, in Königsberg, für seine
Ballettsuite für Orchester
(Op. 36) und schließlich in Zürich im Jahr 1932, für
eine Aufführung seines Zweiten
Streichquartetts (Op. 35).
Natürlich
ließ der Strom seiner eigenen Kompositionen keineswegs nach. Hierher
gehören die obengenannte Ballettsuite
für Orchester (Op.36), das Märchenspiel Der
Zauberspiegel (Op.38), das 1930 als Weihnachtsspiel im Breslauer
Theater uraufgeführt wurde, die 1932 geschriebene Serenade
für Violine, Bratsche und Violoncello (Op.41), das Violinkonzert
(Op.39), das auch im Jahr 1932 geschrieben wurde, und vor allem
eine neue Oper Die
beiden Klaas (Op.42), dessen Schicksal uns unten noch beschäftigen
wird. Er war jetzt allgemein anerkannt und galt weithin als einer der
angesehensten Komponisten seiner Generation.
Im Sommer
machten die Gáls oft Urlaub in Österreich, oder gelegentlich
in der Schweiz. Kürzere Urlaube wurden im naheliegenden Rheingau
oder dem Taunus verbracht. Einige Zeit verbrachten sie auch an einem
Kinderheim im Schwarzwald; das war ein Kontakt, dem sie später
etwas zu verdanken hatten.