In der
zweiten Hälfte der 20er Jahre brachte jedes Jahr neue Erfolge.
Allein aus den Aufführungstabellen neuerer Verlagswerke im Simrockverlag
sieht man wie vielfach die Aufführungsgelegenheiten in den späteren
Zwanzigerjahren waren: vom Juli 1926 bis Juni 1927 sind bei 10 Klavier-
Kammer- und Chorwerken Gáls insgesamt 24 Aufführungen verzeichnet;
für das folgende Jahr, wo Rundfunksendungen schon eine größere
Rolle spielen, sind es 38 Eintragungen. (Simrock Jahrbuch I,
1928, S.159,160; II, 1929, S.207, 220). Ein ähnliches Bild bekommt
man in der Opernstatistik des Oper-Jahrbuchs der Universal-Edition
(die damals 104 Opern im Vertrieb hatte), in der die bis zum Jahresende
1926 meist aufgeführten Opern aufgereiht werden. Die Heilige
Ente (mit 13 Bühnen) steht an 12. Stelle, immerhin aber in
einer Liste, in der auch ältere Werke, wie Jenufa (1901)
oder Webers Oberon in der Bearbeitung von Gustav Mahler (1913),
wie auch die allerbeliebtesten Neueren, Schillings Mona Lisa
(1915), mehrere Opern Schrekers und Korngolds Schneemann (1910)
vertreten sind.
Mit Orchesterwerken
hatte Gál ebenfalls in dieser Periode nennenswerten Erfolg. Vor
allem die Ouvertüre
zu einem Puppenspiel (Op.20) wurde zu einem international beliebten
Konzertstück und erlebte in kurzer Zeit über hundert Aufführungen,
von Stockholm bis Basel, unter Dirigenten wie Furtwängler, Keilberth,
Szell, Weingartner und Busch. Für die Symphonie
in D-Dur (Op.30), die als seine 'Erste' erschien (nachdem zwei vorangegangene
'weggelegt' worden waren, wurde ihm 1928 ein Preis der Columbia Broadcasting
Corporation anlässlich der Feier zum hundertsten Todestag Schuberts
verliehen. Andere Anerkennungen seiner Kompositionen waren der Rothschildpreis
im Jahre 1919 und der Kunstpreis der Gemeinde Wien im Jahre 1926.
Während
dieser Periode schloss Gál viele gute Verbindungen mit Freunden
und Kollegen. Einige bekannte Musiker waren seit seiner Schul- und Studentenzeit
mit ihm befreundet: die Dirigenten Erich Kleiber, Georg Szell und Carl
Prohaska, und der Komponist Egon Kornauth. Jetzt schloss er Freundschaften
mit - unter vielen Anderen - den Komponisten Julius Bittner und Karl
Weigl und dem Oboisten Alexander Wunderer. Trotz der ganz anderen Musikauffassung
hatte er ein gutes Arbeitsverhältnis mit Alban Berg und Anton von
Webern und hatte auch mit dem Komponisten Erich Wolfgang Korngold zu
tun.